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Der Sternhimmel im Januar 2020

Die Erde durchläuft am 5.1. in 147 Millionen Kilometern Abstand ihren sonnennächsten Punkt, das Perihel. Die Distanz zum Zentralgestirn beträgt dann 147 Millionen Kilometer. Fälschlicherweise wird oft der sich ändernde Sonnenabstand aufgrund des ellipsenförmigen Bahnumlaufs der Erde als Grund für die Entstehung der Jahreszeiten angesehen. Es ist vielmehr die Schrägstellung der Erdachse, die ihrerseits für einen unterschiedlichen Einfallswinkel der Sonnenstrahlen im Jahreslauf sorgt. So liegt die Mittagshöhe der Sonne im Januar zwischen 17° und 22°.  Damit ist die scheinbare Tagesbahn weit nach Süden verschoben und sehr kurz. Deshalb hat man die Möglichkeit in den langen Nächten des Januars einen Großteil des gesamten Sternhimmels zu beobachten.

Während in den Abendstunden das Sommerdreieck gerade im Westen untergeht, sind die Herbstfiguren in der südwestlichen Richtung zu erkennen. Die markanten Winterfiguren leuchten im Osten und erreichen in den Morgenstunden den Westhimmel. Die Frühlingsfiguren stehen zu dieser Zeit bereits in der Südrichtung.

 

Der Fuhrmann gehört zu den typischen Winterfiguren, die die gesamte Nacht sichtbar sind. Es handelt sich um ein ausgedehntes und leicht erkennbares Sternbild, das die Form eines unregelmäßigen Fünfecks hat. Sein Hauptstern Kapella gehört zu den zirkumpolaren Sternen, die das ganze Jahr am Nachthimmel sichtbar sind. Im Januar ist die 42 Lichtjahre entfernt liegende Sonne in den späten Abendstunden fast im Zenit zu sehen. Sie strahlt mit einer Helligkeit von 0,1 Größenklassen, sieht gelblich aus und ist der sechsthellste Stern am Himmel.

 

Es handelt sich um ein Mehrfachsternsystem, wobei die beiden Hauptpartner Kapella A und B, so nahe bei einander stehen, dass sie mit einem Teleskop nicht getrennt werden können, sondern nur durch eine spektroskopische Untersuchung ihres Lichts als Doppelstern erkennbar sind. Sie umlaufen einander in 104 Tagen auf nahezu Kreisbahnen ohne sich zu bedecken. Hinzu kommt ein dritter Partner, Kapella H, der mindestens 0,17 Lichtjahre vom Hauptpaar entfernt ist und seinerseits ein Doppelstern ist. Insgesamt besteht Kapella also aus vier Sternen. Ein maßstabgerechtes Modell würde Kapella A und B als zwei Kugeln von 32,5 beziehungsweise 17,7 Zentimetern Durchmesser zeigen, die drei Meter auseinander liegen, während Kapella H aus zwei je 1,75 Zentimeter großen Kugeln mit 126 Metern Abstand bestünde, die 33,6 Kilometer vom Hauptpaar entfernt liegen.

 

Der Name Kapella kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Zicklein“. Das Sternbild war schon bei den Babyloniern als Fuhrmann bekannt. Seine lateinische Bezeichnung, Auriga, bedeutet soviel wie Wagenlenker oder Steuermann. In historischen Darstellungen ist ein Fuhrmann dargestellt, der eine Ziege auf den Schultern trägt.

 

Da sich durch den Fuhrmann das sternenreiche Band der Milchstraße zieht, sind hier mehrere interessante Objekte, wie Sternhaufen und Nebel, zu sehen. Das eindrucksvollste Objekt ist der offene Sternhaufen M37, der im Teleskop einen großartigen Anblick bietet. Selbst mit einem Feldstecher ist die Sternansammlung gut erkennbar. Im astronomischen Teleskop bietet M37 einen großartigen Anblick. Die 2000 Sterne des Sternhaufens, die dicht bei einander stehen, sind etwa 4400 Lichtjahre entfernt.

 

SernhimmelJanuar

 

 

 

                          

Die Karte zeigt den Sternhimmel Mitte des Monats gegen 19.00 Uhr.

Alle Zeitangaben in MEZ

 

Jochen Engelmann