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Der Sternhimmel im September 2017

Beim Blick zum Nachthimmel ist neben vielen künstlichen Satelliten vor allem die Internationale Raumstation ISS ein attraktives Beobachtungsobjekt. Viele Menschen verfolgen regelmäßig deren Überflüge und erfreuen sich an ihrem Glanz, der die hellsten Sterne und Planeten übertrifft. Sie überfliegt unser Gebiet stets aus westlicher Richtung kommend nach Osten in einer Höhe von etwa 400 Kilometern, wobei sich die konkreten Beobachtungsbedingungen ständig ändern. Die Station fliegt auf einer fast kreisförmigen Bahn um die Erde und benötigt für einen Umlauf rund 93 Minuten. Während dieser Zeit dreht sich die Erde ein Stück unter ihr von West nach Ost weiter. Dies ist ein Grund für die veränderten Beobachtungsbedingungen. Des Weiteren wird die Sichtbarkeit eingeschränkt, da man die ISS nur sehen kann, wenn das von ihrer Oberfläche reflektierte Sonnenlicht zum Beobachter gelenkt wird. Der kann das aber nur wahrnehmen, wenn es auf der Erde ausreichend dunkel ist. Damit ist die Beobachtung meist nur in der Dämmerungszeit möglich. Allerdings im Sommer, wenn die Sonne nur knapp unter dem Horizont steht, sind auch Nachtumläufe beobachtbar. Ein weiterer Faktor, der die Sichtbarkeit beeinflusst ist der Erdschatten, der durch den Sonnenstand bestimmt wird. Beobachtet man die ISS beispielsweise in der fortgeschrittenen Abenddämmerung, so kommt es vor, dass die Station bereits hoch am Osthimmel unsichtbar wird, weil sie dort in den Erdschatten eintritt. Durch diese Begebenheiten ändern sich die möglichen Beobachtungszeiten ständig. Eine grobe Orientierung ist, das nach einer etwa zweiwöchigen Abendsichtbarkeitsperiode eine Phase der Nichtsichtbarkeit folgt. Anschließend ist Möglichkeit die Morgensichtbarkeit gegeben. Deshalb muss sich der interessierte Sternfreund stets genau über die aktuellen Bedingungen informieren. Dazu gibt es im Internet vielfältige Möglichkeiten. In der Freien Presse wird an dieser Stelle ein Fahrplan ausgewählter sichtbarer Überflüge veröffentlicht. Allerdings können die Vorhersagen von der Realität etwas abweichen, da in unregelmäßigen Abständen die Bahn der ISS um einige Kilometer angehoben wird, um den Einfluss der Hochatmosphäre und der Sonnenaktivität entgegenzuwirken. Im September wird die Raumstation ein attraktives Objekt der Morgendämmerung werden und schließlich am Monatsende den Abendhimmel bereichern.

Die ISS ist das größte technologische Projekt im Weltall, das von den USA, Russland, den Mitgliedsstaaten der Europäischen Raumfahrtagentur ESA sowie Kanada und Japan betrieben wird. Im Rahmen der ESA ist Deutschland der wichtigste ISS-Partner, der mit 41 % den höchsten europäischen Anteil finanziert und maßgeblich zur wissenschaftlichen Nutzung beiträgt. Die Raumstation gilt als Beweis, dass die friedliche Nutzung des Weltraums zum Vorteil aller Partner möglich ist. Seit dem Jahr 2000 ist sie regelmäßig mit Astronauten besetzt. Gegenwärtig sind drei Astronauten unter der Leitung des amerikanischen Kommandeurs Randolph Bresnik in der Station aktiv.

Im Mai 2018 fliegt Alexander Gerst zurück ins Weltall. Sechs Monate Aufenthalt auf der ISS sind geplant, die Hälfte der Zeit wird er als erster deutscher Kommandant auf der Raumstation sein. Bei der Arbeit an Bord geht es vor allem darum, Nutzungsbereiche in der Schwerelosigkeit zu erschließen, die den Einsatz des Menschen aufgrund seiner Sinneswahrnehmung und seiner unmittelbaren Handlungsfähigkeit unabdingbar machen.

Die Umlaufbahn erfasst 75 % der Erdoberfläche und den Lebensraum von 95 % der Erdbevölkerung. Man erhofft sich Fortschritte in der Vorhersage atmosphärischer und klimatischer Veränderungen. Die Langzeitbeobachtung ermöglicht die Auswertung von Daten zur Vegetationsentwicklung, Landnutzung oder Wasserqualität. Ein Schwerpunkt sind Experimente zum Proteinwachstum und Zellkulturen, da hierbei die Vorzüge der Schwerelosigkeit entscheidend zum Tragen kommen. Ebenso eignet sich der schwerelose Raum als Forschungsstätte der Materialforschung. Das Verhalten fester und flüssiger Materialien kann hier, isoliert von irdischen Einflüssen, studiert werden. Die Weltraumstation selbst stellt ein einziges großes Experiment dar. Die Entwicklung von Bauteilen, die möglichst klein und leicht beim Transport in den Orbit sind und dort ein Maximum an Raum und Sicherheit bieten, erfordert neue Methoden der Fertigung. In allen Forschungsfeldern geht es darum, dass auf der ISS gewonnene Erkenntnisse neue Impulse für die Technologie, Wissenschaft und Wirtschaft auf der Erde geben..2

 

Die Raumstation ISS bei ihrem Vorbeiflug vor der Sonne während der partiellen Phase der Sonnenfinsternis am 21.08.2017

 

 

Die Karte zeigt den Anblick des Sternhimmels Mitte des Monats gegen 21.00 Uhr.

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