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Der Sternhimmel im Februar 2020

Der Planet Venus ist für das bloße Auge eines der schönsten Objekte am Himmel, dessen Glanz nur von Sonne und Mond übertroffen wird. Im Winter leuchtet er auffällig am Abendhimmel. Der Glanz des Abendsterns ist jährlich zu bestaunen, wenngleich auch mit unterschiedlichen Sichtbedingungen. Anfang Februar ist er mit Einbruch der Dämmerung bis gegen 20.45 Uhr und zum Monatsende bis gegen 22.10 Uhr zu sehen. Besonders lohnenswert ist der Blick zur Begegnung der Venus mit der Sichel des zunehmenden Mondes am Abend des 27. Februar. Die Venushelligkeit steigt im Verlauf des Monats auf -4,3 Größenklassen. Damit ist ihre Leuchtintensität rund sechsmal so groß wie die von Jupiter. Die Helligkeitsangaben sind ein mathematischer Ausdruck dafür, wie hell ein Himmelskörper von der Erde aus erscheint. Aus historischen Gründen bedeutet ein fallender Zahlenwert eine Zunahme an Helligkeit. Die hellsten Himmelskörper sind in dieser Skale mit Negativzahlen angegeben.

Das weiße, reine Licht des erdnächsten Planeten hat die Menschen schon immer beeindruckt, weshalb die Sumerer, Griechen und Römer die Venus nach weiblichen Figuren der Verführung benannten. Der sich ändernde Anblick und die komplizierten Bewegungen am Himmel geben der Venus einen individuellen Reiz. Da sie näher bei der Sonne steht als die Erde, kann sie höchstens einen Winkelabstand von 48° zu ihr einnehmen. Deshalb ist sie, wie der Volksmund bemerkt, nur als Morgen- oder Abendstern sichtbar. 

Seit Galilei 1609 sein Teleskop zur Venus richtete, sind die mondähnlichen Phasen bekannt. Sie sind Ausdruck ihrer Bewegung um die Sonne innerhalb der Erdbahn. Die Beobachtung des sich ständig verändernden Venusscheibchen ist heute ein beliebtes Tätigkeitsgebiet für Hobbyastronomen.

Unter günstigen Wetterbedingungen kann die Venus im Februar sogar am Taghimmel gesichtet werden. Bei ausreichender Adaptionsphase für das Auge ist sie als helles Sternchen erkennbar. Allerdings muss man recht genau die Richtung kennen, in die man zu schauen hat. Eine Beratung durch einen erfahrenen Sternfreund ist meist unerlässlich, um hier erfolgreich zu sein. Die Beobachtung mit dem Teleskop lässt den Planeten strukturlos erscheinen. Seine dichte Atmosphäre lässt leider keinen Blick auf Oberflächenformationen zu. Die Venuswolken ähneln aufgrund ihrer hellweißen Farbe auf den ersten Blick denen der Erde. Im 18. Jahrhundert kam es so zu verschiedenen Spekulationen, die darin gipfelten, dass die Venusoberfläche tropischen Regenwäldern gleicht.  Mit einer Entfernung von 108 Millionen Kilometern ist sie nach Merkur der Sonne am zweitnächsten. Ihre Größe und Masse und folglich auch Dichte sind nahezu identisch mit den Werten der Erde. Dies und die geringe Distanz zur Erde, der sie sich bis auf 38 Millionen Kilometern zu nähern vermag, machte sie seit der frühen Epoche der Raumfahrt zu einem attraktiven Ziel. Russische und amerikanische Raumsonden, die den Planeten in den 60er Jahren ansteuerten, offenbarten Messdaten, die einer Hölle gleichen. Die Oberfläche ist hundertmal trockener als die Erde, die Temperatur an der Oberfläche beträgt 475 °C und ist damit heißer als jeder andere Planet. Die Atmosphäre besteht zu 97 % aus Kohlendioxid. Der Luftdruck ist hundertmal stärker als auf der Erde und die Wolken weisen hohe Konzentrationen von Schwefelsäure auf. Eine Erklärung für diese fremdartigen Parameter ist bis heute nicht möglich.

Erst der Einsatz des Radarechos hat es 1962 ermöglicht, die Rotationszeit des Planeten mit 243 Tagen zu ermitteln. Das sind 8% mehr als die Umlaufperiode der Venus um die Sonne. Unsere Vorstellungen von Tag und Jahr haben hier keinen Bezug mehr. Dabei dreht sich die Venus andersherum als die meisten Planeten. Ein vager Erklärungsversuch für diese Abnormalität könne ein Einschlag eines großen Asteroiden sein. 

 

SternhimmelFebruar

 

 

 

                          

Die Karte zeigt den Sternhimmel Mitte des Monats gegen 20.00 Uhr.

Alle Zeitangaben in MEZ

 

Jochen Engelmann