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Der Sternhimmel im Dezember 2022

 

Marsbeobachtungen sind immer wieder spannend und interessant. Als erdähnlichster Planet des Sonnensystems zog und zieht er die Menschen in seinen Bann. Mit 6800 Kilometern Durchmesser ist er halb so groß wie die Erdkugel. Er besitzt nur 11 % der irdischen Masse und eine wesentlich geringere mittlere Dichte als die Erde. Ein Marstag ist 37 Minuten länger als ein Sonnentag auf der Erde. Die Rotationsachse des Planeten weicht um 24° von der Senkrechten ab und ähnelt damit der Neigung der Erdachse. Somit gibt es auf dem Mars auch Jahreszeiten. Wegen des längeren Marsjahres dauern sie allerdings fast doppelt so lang wie die auf der Erde. 

In 687 Tagen läuft der Mars einmal um die Sonne. Die schnellere Erde überholt den roten Planeten alle 780 Tage, das sind zwei Jahre, ein Monat und drei Wochen. In diesem zeitlichen Abstand folgen Marsoppositionen aufeinander. Da im Oktober 2020 die letzte Gegenstellung zur Sonne stattfand, steht die nächste unmittelbar bevor und wird am 8. Dezember 2022 eintreten. Es sind die Wochen um die Opposition, in denen Beobachtungen lohnend sind. Zu dieser Zeit sinkt die Entfernung auf einen Minimalwert, der allerdings wegen der stark elliptisch geformten Umlaufbahn enorm schwankt. Somit kann die Entfernung zur Erde zwischen 55 und 100 Millionen Kilometern variieren. Die aktuelle Marsopposition ist mit einer minimalen Distanz von 81,5 Millionen Kilometer relativ ungünstig. Damit bleibt die Helligkeit des Planeten mit -1,9 Größenklassen weit hinter seinem Rekordwert von   -2,9 Größenklassen zurück. Jupiter, der weiter westlich steht, wird Mars mit einer Helligkeit von -2,6 Größenklassen übertreffen. Dennoch wird Mars in der ersten Dezemberhälfte, nicht zuletzt wegen seines markant rötlichen Aussehens, ein schönes Himmelsobjekt zur Weihnachtszeit sein. Bei einer Kulminationshöhe von 64° bieten sich günstige Beobachtungsbedingungen. Am Oppositionstag ist Mars während der gesamten Nachtzeit gut sichtbar. Ein seltenes Ereignis begleitet die diesjährige Mars Opposition und macht sie für alle Sternfreunde besonders erlebenswert. Am Morgen des 8. Dezember erfolgt eine Marsbedeckung durch den Mond. Obwohl Vollmond ist, wird der rote Planet dennoch deutlich neben dem sich nähernden Mond erkennbar sein. Gegen 6.05 Uhr wird der Mars hinter dem Mond verschwinden, um gegen 7.00 Uhr auf der westlichen Seite des Mondes wieder sichtbar zu werden.

Der rötliche Glanz verleiht dem äußeren Nachbarn der Erde seine charakteristische Erscheinung. Aus diesem Grund wurde der Planet nach dem römischen Kriegsgott benannt. Die Erklärung für seinen Farbton liefern Eisenerze, die als wesentlicher Bestandteil des Marsgesteins gelten.

Bei geringer Luftunruhe sind im Teleskop schon leicht dunkle Oberflächenregionen und die Polkappen erkennbar. Wegen der langsameren Rotation kann man bei regelmäßigen täglichen Beobachtungen allmählich die gesamte Oberfläche des roten Planeten betrachten. Mitunter wird die Beobachtung durch atmosphärische Trübungen auf dem Mars erschwert, die durch gewaltige Staubstürme hervorgerufen werden. Nach aktuellem Stand sind sechs Rover in der Marswüste unterwegs. So soll durch deren Aktivität das Wettergeschehen im Wechsel der Jahreszeiten studiert werden. Die permanente Überwachung des Magnetfeldes sowie die Wirkung des Sonnenwindes in der Atmosphäre werden überwacht. Eine genaue Analyse des Marsgesteins und  das Auftreten von bestimmten Mineralien werden untersucht. Schließlich steht die Suche nach Wassereis im Marsboden auf dem Expeditionsprogramm. Zu den jüngsten aktiven Marsrovern, die seit 2021 den Mars erkunden, zählen das chinesische Mondauto Zhurong und  der

Rover der NASA-Sonde Perserverance. Die amerikanische Sonde ist mit einer Masse von einer Tonne das schwerste Raumfahrzeug, das hier landete. Das Raumfahrzeug verfügt über das größte Marsauto, über ein eingebautes Mikrofon für Windgeräusche und einen Helikopter. Der Rover wird Gesteinsproben von mehreren Zentimetern Größe sammeln, die in einer weiteren Mission, die 2026 startet, schließlich 2031 zur Erde gebracht werden sollen.

Himmelsanblick zur Monatsmitte gegen 19.00 Uhr

 

Die Karte zeigt den Anblick des Sternhimmels Mitte des Monats gegen 19.00 Uhr.

Alle Zeitangaben in MESZ

 

 

Jochen Engelmann

 

 

 

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