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Der Sternhimmel im Juni 2021

Ausgehend vom Bericht zum Sternhimmel im Mai sei an das Phänomen des „Supervollmondes“ erinnert, der dann eintritt, wenn der Mond nahe zur Erde steht und recht groß erscheint. Diese Einstufung ist jedoch kein wissenschaftlich anerkannter Begriff und demzufolge gibt es dafür auch keine klare Definition. Als gängiges Kriterium wird der Abstand Erde Mond angesetzt, der nicht mehr als 360.000 Kilometer betragen darf. Obwohl der Abstand des Mondes von der Erde am 24. Juni 1.556 Kilometer oberhalb dieser Grenze liegt, werden wir dennoch einen großen Vollmond erleben. Dessen Wahrnehmung mit unseren Sinnen wird aber wiederum nur eine optische Illusion sein. Der genannte Vollmond tritt erst 32 Stunden nach seinem Perigäum, den erdnächsten Punkt seines Umlaufs, ein.

Daraus leitet sich ab, dass der Mond einen halben Umlauf früher, also bei Neumond, annähernd in der Erdferne, dem Apogäum, steht. Die Position des Neumondes ist am 10. Juni um 12.53 Uhr erreicht. Der „Minineumond“, befindet sich in 406.000 Kilometer Entfernung. Gleichzeitig passiert der Mond in dieser Position die Erdbahnebene, die Ekliptik, von Süd nach Nord. Man spricht bei dieser Stellung vom aufsteigenden Knoten oder auch vom Drachenpunkt der Mondbahn. Damit können wir am 10. Juni wieder einmal eine Sonnenfinsternis erleben. Der Begriff des Drachenpunktes lehnt sich an die chinesische Mythologie an, nach der bei einer Finsternis ein Himmelsdrache die Sonne verschlingt.

Da der scheinbare Durchmesser des Mondes mit 29,4 Bogenminuten einen Minimalwert erreicht, während die Sonne mit 31,5 Bogenminuten etwas größer erscheint, kommt es zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis. Zur Zeit der maximalen Bedeckung der Sonne durch den Neumond bleibt ein schmaler konzentrischer Sonnenring sichtbar. Dieser Feuerring ist dafür Ausdruck, dass der Kernschattenkegel des Mondes, im Gegensatz zur totalen Sonnenfinsternis, die Erde nicht erreicht. Die Zone, in der dieser verblüffende optische Effekt zu sehen ist, erstreckt sich in einem Streifen von 500 Kilometern Breite von Nordkanada über Grönland, den Nordpol bis nach Asien. Für uns Mitteleuropäer ist das Naturschauspiel nur als partielle Finsternis zu erleben und auch das leider nicht sehr spektakulär. Lediglich 10,3 % der Sonnenscheibe werden in Chemnitz durch den Mond bedeckt. Diese Maximalbedeckung wird 12.35 Uhr eintreten. Den ersten Kontakt von Mond- und Sonnenscheibe kann man 11.37 Uhr erleben, den letzten Kontakt 13.36 Uhr.

Die letzte Sonnenfinsternis für unseren Raum fand am 21. März 2015 statt. Mit einem Bedeckungsgrad von 72 % kam es dabei sogar zu einer Veränderung der Lichtintensität. Das ist für die Finsternis am 10. Juni ausgeschlossen. Dennoch sollte man es bei klarer Sicht nicht versäumen, das kosmische Schattenspiel zu betrachten. Es sei jedoch ausdrücklich auf die Verwendung geeigneter Sonnenschutzfilter verwiesen, um das Augenlicht nicht zu schädigen. Bei der Beobachtung mit bloßem Auge bieten die handelsüblichen Sonnenfinsternisbrillen eine sichere und preisgünstige Variante. Bei dem Einsatz eines Teleskops oder Fernglases muss unbedingt ein Glas- oder Folienfilter vor das Objektiv gesetzt werden. Eine weitere Möglichkeit der Sonnenbeobachtung besteht in der Projektion. Die Verwendung eines Refraktors ermöglicht die Projizierung des Sonnenbildes auf einen Projektionsschirm, der hinter dem Teleskop angebracht ist. Sollte das Wetter keine Beobachtungsmöglichkeiten zulassen, müssen wir uns bis zum 25.10.2022 gedulden, um am sächsischen Himmel wieder ein ähnliches Schattenspiel zu sehen. Eine spektakuläre Sonnenfinsternis für unser Gebiet gibt es erst am 12.8.2026, wenn in den frühen Abendstunden das Zentralgestirn zu 87 % durch den Mond bedeckt sein wird.

 

Sternhimmel zur Monatsmitte gegen 22.30 Uhr

 

Die Karte zeigt den Sternhimmel Mitte des Monats gegen 22.30 Uhr.

Alle Zeitangaben in MESZ

 

Jochen Engelmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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