Teilen auf Facebook   Teilen auf Google+   Als Favorit hinzufügen   Link verschicken   Drucken
 

Der Sternhimmel im Juli 2017

Am 3. Juli erreicht die Erde das Aphel, den größten Sonnenabstand, mit 152 Millionen Kilometern. Das Perihel, den sonnennächsten Punkt, durchläuft sie am 4. Januar in einer Distanz von 147 Millionen Kilometern. Die verschiedenen Distanzen zwischen Sonne und Erde haben nichts mit Sommer und Winter zu tun. Es ist die schrägstehende Erdachse, die bei dem Sonnenumlauf unseres Planeten für einen unterschiedlichen Einfallswinkel der Sonnenstrahlen sorgt und somit die Jahreszeiten bedingt. Allerdings bewegt sich die Erde in der Sonnenferne etwas langsamer als in der Sonnennähe. So ist das Sommerhalbjahr, der Zeitraum zwischen Frühlingsanfang und Herbstbeginn, um etwa 7 Tage länger als das Winterhalbjahr. Der grell strahlende Feuerball steht im Juli in der beachtlichen Mittagshöhe zwischen 58° und 63°. Allerdings wird sich zum Monatsende hin die Tageslänge schon wieder um etwa eine Stunde einschränken.

Die Julinächte bieten dennoch nur wenig Zeit für Himmels-beobachtungen. Man muss bis gegen 23.00 Uhr warten, um den sommerlichen Sternhimmel ausgiebig betrachten zu können. Das dominierende Sternbild dieser Nächte ist der Herkules, der zwischen dem rötlichen Arktur im Westen und der bläulich weißen Wega im Osten liegt. Es handelt sich um ein kleineres durchschnittlich helles, aber doch markantes Sternbild, das den griechischen Helden gleichen Namens verkörpert. Eigenartigerweise ist dessen Position kopfstehend. Die Sterne im Norden bilden die Füße, während Ras Algethi, sein hellster Stern, im Süden sein Haupt markiert. Der Name stammt aus dem Arabischen und bedeutet „Kopf des Knienden“.

 

Die Zentralregion des Sternbildes wird durch eine trapezähnliche Figur gebildet. Auf der nach Westen weisenden Seite liegt der hellste Kugelsternhaufen am Nordhimmel. Erstmals erwähnt wurde er 1715 von dem englischen Astronomen Edmund Halley. Charles Messier hat das Objekt 1764 als M 13 in seinem Katalog der nebelhaften Objekte aufgenommen. Er konnte mit seinem Instrument keine Sterne erkennen und beschreibt deshalb das Objekt als Nebel. M 13 befindet sich mit 160 anderen Kugelhaufen in einer Sphäre um unser Milchstraßensystem und besitzt extrem alte Sterne, die 12 bis 15 Milliarden Jahre alt sind. Bei einer Entfernung von 25.000 Lichtjahren hat das Objekt einen Durchmesser von etwa 150 Lichtjahren.

 

Insgesamt enthält der Haufen etwa 300 000 Sterne, die im Zentrum besonders dicht liegen, aber dennoch mindestens ein Lichtjahr voneinander entfernt sind. Stellt man sich die Sterne als Sandkörner vor, dann verteilen sie sich in einer mehrere hundert Kilometer großen Kugel, wobei jedes Korn vom nächsten einige Kilometer entfernt liegt. Der Himmel böte von einem hypothetischen Planeten, der um einen Stern des Sternhaufens kreist, einen einzigartigen Anblick. Unzählig viele Sterne mitunter so hell wie Venus oder der Vollmond wären ständig sichtbar. Die dichte Konzentration von Sternen war auch der Grund dafür, dass M13 als Ziel einer Botschaft ausgewählt wurde, die mit dem Radioteleskop von Arecibo in Puerto Rico versandt wurde. Das Radiowellensignal, das einmalig am 16. November 1974 gesendet wurde, enthielt Informationen über die Biologie des Menschen, die menschliche Population und die Herkunft des Signals.

 

Unter günstigen Bedingungen ist M 13 schon mit kleinen Teleskopen zu sehen. In mondlosen extrem klaren Nächten vielleicht sogar mit bloßem Auge. Da allerdings im Juli die nächtliche Dunkelheit aufgrund des Sonnenstandes nicht so intensiv ist, erscheint die Beobachtung des nebligen Sternhaufens im Spätsommer besonders lohnend.

 

Der Kugelsternhaufen M 13 im Sternbild Herkules ist das populärste Objekt seiner Art. Er umfasst 300.000 Sterne und kann am Sommerhimmel beobachtet werden.

 

 

Die Karte zeigt den Anblick des Sternhimmels Mitte des Monats gegen 22.30 Uhr.

Alle Zeitangaben in MESZ