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Der Sternhimmel im Januar 2018

In den klaren Januarnächten dominieren die Wintersternbilder in östlicher Richtung und bieten eine beeindruckende Vorstellung mit ihren glanzvollen Sternen. So tauchen neben dem berühmten Orion auch dessen treue Begleiter am Abendhimmel auf. Links unterhalb des legendären Jägers befindet sich der Große Hund. Obwohl er immer nur knapp über dem Horizont entlangläuft, ist er nicht zu übersehen. An seiner Brust strahlt Sirius, dessen Name aus dem Griechischen stammt und „der Funkelnde“ bedeutet. Damit werden sein Flimmern und der ständige Farbwechsel beschrieben. Als horizontnahes Objekt kommt es zu einer ständigen Ablenkung seiner Lichtstrahlen. Für ungeübte Beobachter wirkt diese Erscheinung oft rätselhaft und Flugobjekte aller Art werden ihr angedichtet.

Sirius ist mit einer scheinbaren Helligkeit von -1,5 Größenklassen der hellste Stern am irdischen Firmament. Nur die Planeten Venus, Jupiter und gelegentlich Mars können seinen Glanz übertreffen. Die Einteilung der Sternhelligkeit in Größenklassen wurde bereits von Hipparch um 150 v.u.Z. vorgenommen, wobei ein Stern sechster Größe gerade noch sichtbar ist, die hellsten hingegen die 1. Größe haben. Da diese Einstufung der Helligkeit nur durch den optischen Eindruck bestimmt wird, spricht man von der scheinbaren Helligkeit. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde diese Skale exakt logarithmisch definiert. Danach gilt als Grundlage für die scheinbare Helligkeit die vom Stern eintreffende Strahlungsleistung pro Flächeneinheit, der Strahlungsstrom. Messungen mit Fotometern ergaben, dass sich bei Sternen, deren Helligkeit um eine Größenklasse differiert, die Strahlungsströme um den Faktor 2,5 unterscheiden. Das bedeutet, dass ein Stern 1. Größe 100-mal heller als ein Stern 6. Größe ist. Der Strahlungsstrom, den wir von Sirius, Vollmond oder gar Sonne empfangen, ist nun aber größer als der eines Sterns erster Größe. So kommt man für diese Objekte zu scheinbaren Helligkeiten, die kleiner als 1 sind. Für die Sonne ergibt sich sogar ein Wert von -26,7 Größenklassen.

Ebenso wird die Skale für Objekte, deren Strahlungsstrom kleiner als der von Sternen 6. Größe ist erweitert. So hat der Zwergplanet Pluto eine scheinbare Helligkeit von 14 Größenklassen. Obwohl sich die Sterne in ihrer Helligkeit unterscheiden, sind sie dennoch punktförmig. Die Helligkeit eines Sterns ist abhängig von dessen Strahlungsleistung und der Entfernung. Sirius ist mit einer Entfernung von nur 8,6 Lichtjahren der nächste Stern, der mit bloßem Auge von unseren Breiten aus zu sehen ist. Die Beobachtungsbedingungen für Sirius werden sich in den folgenden 64.000 Jahren sogar noch verbessern, da er sich auf das Sonnensystem zu bewegt. Aufgrund seiner recht hohen Eigenbewegung nähert er sich uns bis auf 7,9 Lichtjahre, was einen Helligkeitsanstieg auf -1,7 Größenklassen bewirkt. Mit einer Oberflächentemperatur von 9.400 K ist Sirius wesentlich heißer als die Sonne und strahlt deshalb weiß-bläulich. Im Vergleich zu unserem Zentralgestirn beträgt die Leuchtkraft das 23-fache, die Masse das 2,5-fache und der Durchmesser das Doppelte. Sirius gehört zu den geschichtsträchtigsten Sternen. Der „Hundsstern“ war den alten Ägyptern als Kalenderstern heilig. Er diente vermutlich schon im 3. Jahrtausend vor der Zeitrechnung als Grundlage für den Kalender. Sein jährlich erstes Erscheinen kurz vor Sonnenaufgang war Mitte Juli. Das fiel mit dem Beginn der frühsommerlichen Nilschwemme zusammen. Dies war ein wichtiges Ereignis für die Landwirtschaft am Nil. Heute hat sich durch die Pendelbewegung der Erde sein erstmaliger Aufgang im Jahreslauf vor dem Sonnenaufgang auf Ende August verschoben. So sind die „Hundstage“ für uns eine Bezeichnung für die häufig besonders heißen Sommertage Ende August. Seine Himmelsbewegungen wurden auch von den alten Griechen, Sumerern, Babyloniern und weitern antiken Kulturvölkern beobachtet und verehrt. Der Stern wurde als heilig betrachtet und sein Auftauchen am Himmel war stets von Festen und Feiern begleitet.

 

 

 

Die Karte zeigt den Anblick des Sternhimmels Mitte des Monats gegen 21.00 Uhr. Alle Zeitangaben in MEZ