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Der Sternhimmel im Februar 2019

Nachdem der Januarvollmond einen grandiosen Auftritt als Blutmond hatte, wird im Februar der Supervollmond in aller Munde sein. Am 19.2., um 16.54 Uhr steht der Erdtrabant im Gegenschein zur Sonne, der Vollmondposition. Am Vormittag des gleichen Tages, um 10.09 Uhr, durchläuft der Mond den erdnächsten Punkt seiner ellipsenförmigen Bahn. Vollmond und Erdnähe liegen also dicht beieinander, eine Situation, die im Allgemeinen mehrmals jährlich eintritt. Dennoch ragt dieser Vollmond heraus, da er der größte der nächsten Jahre ist und erst von dem am 24. Dezember 2026 übertroffen wird. Der Abstand des kommenden Riesenmondes von der Erde beträgt nur 356.846 Kilometer. Am Himmel erscheint er unter einem Winkel von knapp 33,5 Bogensekunden. Der kleinste Vollmond 2019 leuchtet am 13. September und bringt es auf 29,4 Bogensekunden Winkeldurchmesser. Damit ist der vom 19.2. etwa 14 % größer. Es ist zu bedenken, dass wir mit unseren Sinnen keinen Unterschied zwischen den Extremen bemerken. Dass der Mond am Horizont so riesig erscheint, hat nichts mit seiner Erdnähe zu tun. Es ist vor allem eine optische Täuschung, die als Mondillusion bekannt ist.

 Der Mond ist der nächste Himmelskörper und ist das wohl populärste Beobachtungsobjekt, da zum einen seine Sichtung sowohl mit bloßem Auge oder auch mit jedem kleinen Teleskop möglich ist und er zum anderen oft nachtfüllend gesehen werden kann. Anders sind die Verhältnisse bei Merkur, dem innersten Planeten des Sonnensystems. Es handelt sich um den kleinsten Planeten des Sonnensystems, der zu den Gesteinsplaneten zählt und nur wenig größer als der Mond ist. Dem ist er sehr ähnlich, was jedem Betrachter von Bildern der Merkuroberfläche auffällt. Er sieht genauso zerlöchert aus und hat auch keine Lufthülle. Da seine Oberfläche nicht durch Wind und Regen verändert wird, sieht man noch alle Einschlagkrater von Meteoriten, die den Merkur in den letzten Jahrmillionen getroffen haben.

Die Beobachtung des innersten Planeten des Sonnensystems ist schwierig. Aufgrund seiner Sonnennähe befindet er sich für einen Betrachter von der Erde stets in einem kleinen Winkelabstand von höchstens 28° zur Sonne. Somit ergibt sich die Möglichkeit seiner Sichtung nur am Abend- oder Morgenhimmel. Mit bloßem Auge ist er dann für einige Tage als helles sternförmiges Objekt zu sehen, dessen Helligkeit stark variiert. Des Weiteren ändert er sehr schnell seine Position, da er die Sonne mit einer unvorstellbar hohen Geschwindigkeit umläuft. Er braucht nur 88 Tage für eine Umrundung und legt dabei in einer Sekunde durchschnittlich 48 Kilometer zurück. Ein Auto müsste mit 172.800 Kilometer pro Stunde rasen, um mit ihm mithalten zu können. So schnell ist nicht einmal die ISS, die mit 28.000 Kilometer pro Stunde die Erde umläuft.

Sein schneller Positionswechsel war bereits im Altertum auffällig und brachte ihm den Namen des römischen Götterboten ein.

Bei günstiger Witterung ist Merkur im Februar in der Abenddämmerung sichtbar.

Zur Monatsmitte kann er kurz nach 18.00 Uhr knapp über dem Südwesthorizont erspäht werden. An den folgenden Tagen verbessern sich die Möglichkeiten der Sichtung. Am 20.2. geht er erst 19.30 Uhr unter und leuchtet mit -0,9 Größenklassen. Bis zum Monatsende ist die Gelegenheit zur Merkurbeobachtung mit bloßem Auge günstig. Man kann als Orientierung den Sonnenuntergang nehmen. 45 Minuten danach taucht der flinke Planet in der Dämmerungsgegend etwa eine Handbreit über dem Horizont auf. Sollten Sie mit der Sichtung Erfolg haben, bedenken Sie, dass die meisten Menschen ihn noch nie bewusst gesehen haben, obwohl er manchmal heller ist als Sirius, der hellste Stern des Nachthimmels.

 

 

SternhimmelFebruar

 

Die Karte zeigt den Sternhimmel Mitte des Monats gegen 20.00 Uhr.

Alle Zeitangaben in MEZ

 

Jochen Engelmann