Teilen auf Facebook   Als Favorit hinzufügen   Link verschicken   Drucken
 

Der Sternhimmel im Oktober 2019

Die Beobachtung von Mond und Planeten ist immer ein schönes Erlebnis, auch wenn die Objekte zum wiederholten Mal ins Visier genommen werden. Betrachtet man deren Himmelsposition, so fällt auf, dass sie sich längs einer Linie, der sogenannten Ekliptik, auch bekannt als Tierkreis, befinden. Das ist die scheinbare Sonnenbahn, in deren Ebene sich auch Planeten und der Mond bewegen. Sie verläuft stets aus östlicher Richtung über den Südhimmel in die westliche Gegend. Im Oktober kann man Jupiter, Saturn und den Mond abends leicht entdecken und damit die Ekliptik in Gedanken konstruieren. Da die Mondbahn gegenüber der Ekliptik geneigt ist, kann sein Abstand von dieser Linie bis zu 5° betragen. Allerdings liegt in der ersten Oktoberwoche seine Position nah des Tierkreises. So kann man schöne Begegnungen zwischen der schmalen zunehmenden Mondsichel und den Planeten beobachten. So gibt es am 3. Oktober nach Sonnenuntergang im Südwesten eine enge Begegnung des Mondes mit Jupiter und am 5. Oktober ein Zusammentreffen mit Saturn. Diese Annäherung fällt mit 0,9° Minimalabstand enger aus als das Treffen mit Jupiter, bei dem 2° Abstand erreicht werden.

Zwischen beiden Planeten beträgt also aktuell der Abstand zwei Mondtagesreisen. Diese Distanz wird sich in den folgenden Monaten weiter verringern, da Jupiter allmählich den langsameren Saturn einholt. Ende 2020 wird schließlich der Überholvorgang stattfinden.

 

Da die Umlaufbahn des Mondes um die Erde eine Ellipse ist, variiert sein Winkeldurchmesser. Allerdings nehmen unsere Sinne diese Veränderung nicht wahr. Im Oktober wird er am 10. des Monats mit 406.000 Kilometern seine größte Erddistanz und am 26.10. mit 361.000 Kilometern seinen kleinsten Abstand haben.

Das auffälligste Schauspiel, das der Mond während eines Umlaufs liefert, ist sein Phasenwechsel. Es dauert jeweils 29,5 Tage bis der Mond alle seine Lichtgestalten durchlaufen hat. Man spricht auch vom synodischen Monat. Das ist der Ursprung unserer heutigen Jahreseinteilung in zwölf Abschnitte.

Aufgrund des sich stets verändernden Lichteinfalls während seines Umlaufs sieht seine gebirgige Landschaft jeden Tag etwas anders aus. Bei dem Gebrauch eines Teleskops ist die Gegend des Terminators, die Licht-Schatten-Grenze besonders interessant. So zeigt sich die Erscheinung des „Goldenen Henkels“ am Abend des 8. und 9. Oktobers.

 

Dort wo vor 3,5 Milliarden Jahren Einschläge die Mondkruste aufgerissen haben, strömten Hunderte Kubikmeter Magma pro Sekunde an die Oberfläche und füllten Becken und Krater. Sie haben eine Art „Wasserstand“ und sind an manchen Stellen in angrenzende Krater übergelaufen. So ist Sinus Iridium, die Regenbogenbucht am nordwestlichen Rande des Regenmeeres entstanden. Die große Ausbuchtung ist ein Krater, der im Südosten zum Mare offen ist. Da bei einem etwa 10 bis 11 Tage alten Mond die Regenbogenbucht noch im Schatten liegt, während die Berge des angrenzenden Juragebirge bereits von dem Sonnenlicht erreicht werden, entsteht der optische Eindruck eines Henkels. Die Bergspitzen des Juragebirges haben eine Höhe von 6 Kilometern. Die Ausdehnung des Gebirgszuges beträgt etwa 420 Kilometer. Der Goldene Henkel ist bereits mit einem Fernglas jeden Monat für einige Stunden gut erkennbar.

 

Der Sternhimmel im Oktober

 

Die Karte zeigt den Anblick des Sternhimmels Mitte des Monats gegen 20.00 Uhr.

Alle Zeitangaben in MESZ

Jochen Engelmann