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Der Sternhimmel im März 2017

Am 20. März um 11.29 Uhr ist der astronomische Frühlingsanfang. Dabei handelt es sich um den Zeitpunkt, zu dem die Sonne von der Süd- auf die Nordhalbkugel des Himmels wechselt. Sie überquert den sogenannten Himmelsäquator, eine gedachte Linie, die durch Projektion des Erdäquators an den Himmel entsteht. Die Position der Sonne liegt zu dieser Zeit im Sternbild Fische, dass damit verständlicherweise nicht beobachtbar ist.

Der Frühlingsanfang wird gelegentlich auch als Tages-und Nachtgleiche bezeichnet. Beim Betrachten der Auf- und Untergänge der Sonne fällt jedoch auf, dass am 20. März die Sonne mehr als 12 Stunden über dem Horizont steht, also die eigentliche Tages-und Nachtgleiche schon einige Tage vorher stattfindet. Da durch die Lichtbrechung in der Atmosphäre eine scheinbare Anhebung der Sonnenscheibe, die Refraktion, verursacht wird und die Lage der Sonnenbahn geografisch sehr verschieden ist, kommt es zu den Unstimmigkeiten. Die eigentliche Tages- und Nachtgleiche tritt 2017 in Rodewisch bereits am 15. März ein.

Es gibt eine Reihe von weiteren Auswirkungen der irdischen Atmosphäre, die hinderlich bei der Beobachtung der Sterne sind. Sie schwächt deren Licht und lässt sie flimmern und flackern. Des Weiteren verhindern häufig Wolken die Beobachtung und große Teile des elektromagnetischen Spektrums werden durch sie absorbiert. Andererseits bietet sie auch eine Reihe faszinierender Phänomene. Man denke an farbenprächtige Auf- und Untergänge von Sonne und Mond. Sehr interessante Erscheinungen sind Regenbögen sowie Sonnen- und Mondhalos.

Halos sind wesentlich häufiger als Regenbögen, rufen aber bei Erscheinen Verwunderung und Erstaunen hervor und sind

vielen Menschen gänzlich unbekannt. Beim Zusammentreffen von kalten und warmen Luftmassen bilden sich Eiswolken, die als Cirruswolken zu sehen sind. Bei dem Auftreten dieser schleierhaften Bewölkung am blauen Himmel kann mit dem Auftreten von Halos gerechnet werden. Es handelt sich um optische Phänomene der Troposphäre in einer Höhe von 6 bis 10 Kilometern. Sie entstehen durch Lichtbrechung und Spiegelung des Sonnenlichts an hexagonalen Eiskristallen. Man entdeckt sie als lichtschwache Erscheinung in Sonnennähe als Ring oder als Teil eines solchen. Die Form und die Intensität von Halos wird durch die Ausrichtung der Eiskristalle, deren Form und Größe und nach dem Stand der Sonne beeinflusst. Die häufigste und auffälligste Halostruktur ist ein Ring mit einem scheinbaren Durchmesser von 22°, der konzentrisch um die Sonne oder auch den Mond angeordnet ist. Auch leuchtkräftige farbige Halos sind möglich. Gerade im Frühling lohnt es sich auf diese Lichtreflexionen zu achten. Gelegentlich ist die Ausbildung von Nebensonnen zu beobachten. Sie sind als helle meist farbige Lichtflecke links oder rechts der Sonne zu sehen. Auch sie zeigen sich im Abstand von 22° zur Sonne und sind häufig in Verbindung mit dem Haloring sichtbar. Man glaubt, dass sich neben der Sonne eine zweite befindet. Die Nebensonnen werden als Sun Dogs bezeichnet. Die beschriebenen Effekte sind ebenso beim Mond feststellbar. Statistisch gesehen lassen sich in Mitteleuropa an 40 bis 60 Tagen pro Jahr Haloerscheinungen bei Sonne und Mond beobachten. Die Halobeobachtung hat eine lange Tradition. Eine Vielzahl von Flugblättern aus dem 16. Jahrhundert zeigen exakte Beobachtungen dieser Erscheinungen. Die Lichtspiele wurden als himmlische Wunderzeichen gesehen. Die exakten physikalischen Erklärungen sind seit ca. 200 Jahren bekannt.

 

 

Die Karte zeigt den Anblick des Sternhimmels Mitte des Monats gegen 20.00 Uhr. Alle Zeitangaben in MEZ