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Der Sternhimmel im Dezember 2018

 

Der astronomische Winter beginnt am 21. Dezember um 23.23 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt erreicht die Sonne den tiefsten Punkt ihrer scheinbaren Bahn um die Erde. Man nennt diesen Zeitpunkt auch Wintersonnenwende, da die Sonne von nun an wieder aufsteigt. Es ist gleichzeitig der kürzeste Tag des Jahres. Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang liegen nur 8 Stunden und 10 Minuten. Bereits bis zum 24. Dezember wächst die Differenz um eine Minute. Nach Abzug der Dämmerungszeit ergeben sich für die Dezembernächte etwa 13 Stunden Dunkelheit. Sie sind geprägt von einem blauschwarzen Nachthimmel, der durch seinen Glanz beeindruckt und zu keiner anderen Jahreszeit so schön und vielfältig ist.

In südlicher Richtung kommen somit auch Sternbilder zur Geltung, die nur durchschnittlich helle Sterne besitzen. So befindet sich in den Abendstunden das kleine prägnante Sternbild Widder in Kulmination. Unmittelbar darunter können die Fische gesehen werden, die sich als liegendes V zeigen, dass nach Westen geöffnet ist. Verlängert man die Spitze in östlicher Richtung, so erkennt man in geringem Abstand den Stern Omikron Ceti, der auch als Mira bekannt ist und zum Sternbild Walfisch gehört. Die Bezeichnung, die der Stern 1662 durch Johannes Hevelius erhielt, bedeutet die „Wundersame“ und soll seiner besonderen Eigenschaft Nachdruck verleihen, dass er seine Helligkeit verändert.

 

Der ostfriesische Pfarrer David Fabricius bemerkte im August 1596 den Stern, den er noch nie so hell vorhergesehen hatte und vermutete eine Sternenexplosion. Tatsächlich hatte er einen veränderlichen Stern beobachtet, von dessen Existenz zu jenen Zeiten nichts bekannt war.

Mira besitzt etwa die Masse unserer Sonne und hat sich zum Roten Riesen mit dem 700-fachen Durchmesser unseres Zentralgestirns aufgebläht. In unser Sonnensystem versetzt würde der äußere Bereich des Sterns bis über die Jupiterbahn reichen. Mit einer Periode von 331 Tagen dehnt sich der Stern nochmals um 20 % aus und zieht sich dann wieder zusammen.

 

Das Pulsieren führt dazu, dass er im Maximum mit 3. Größenklasse leuchtet und im Minimum mit 9. Größenklasse. Damit ist er in seiner hellsten Phase leicht mit bloßem Auge sichtbar. Die meiste Zeit allerdings kann man den Stern nur im Teleskop entdecken. Im Dezember allerdings wird der wunderbare Stern für einige Wochen gut sichtbar am Himmel leuchten. Die markante Spitze des Sternbildes Fische zeigt genau auf Mira.

 

Heute ist bekannt, dass Mira, ein etwa 300 Lichtjahre von der Erde entfernt liegendes Doppelsternsystem ist. Es besteht aus dem pulsierenden Roten Riesen Mira A und dem kleineren, leuchtschwachen Weißen Zwerg Mira B. Beide Sterne trennt die 55-fache Distanz zwischen Erde und Sonne.

 

Neueste Beobachtungen mit dem Infrarotteleskop Herschel der Europäischen Raumfahrtorganisation zeigen in der Sternumgebung bogenförmige und aufgebrochene Strukturen zusammen mit einem zarten Schweif. Diese Erscheinungen deuten auf eine rasante Bewegung des Sternsystems hin, verbunden mit einem starken Masseausstrom.

 

Auch unsere Sonne wird sich in etwa 5 Milliarden Jahren zu einem Roten Riesen aufblähen. Die Untersuchung der ausgestoßenen Materiewolken von Mira sollen detaillierte Erkenntnisse liefern, auf welche Weise Sterne wie unsere Sonne ihre Existenz beenden.

 

Sternhimmel Dezember

 

 

 

Die Karte zeigt den Sternhimmel Mitte des Monats gegen 19.00 Uhr.

 

Alle Zeitangaben in MEZ

 

Jochen Engelmann