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Der Sternhimmel im November 2017

Mit Einbruch der Dunkelheit steht der Stier hoch über dem Osthorizont. Als typisches Wintersternbild kündigt er den Wechsel zur kalten Jahreszeit an. Die auffälligste Struktur dieser Sternengegend ist der prächtige Sternhaufen der Hyaden. Deren V-förmige Anordnung bildet den Kopf des Stiers, entsprechend einer rund 6.000 Jahre alten Deutung. Das Sterngewimmel umfasst etwa 200 Mitglieder, von denen uns rund 150 Lichtjahre trennen. Damit ist es die sonnennächste Sternansammlung dieser Art. Aufgrund der Nähe zu unserem Sonnensystem spielen die Hyaden in der modernen Astrophysik eine wichtige Rolle. Anhand von klassischen trigonometrischen methoden kann die Entfernung und damit die Leuchtkraft der Einzelsterne des Sternhaufens bestimmt werden. Darauf bauen andere Methoden der Entfernungsbestimmung zu Objekten auf, die außerhalb unserer Galaxis liegen.

Aldebaran, der hellste Stern im Stier, ist auffälligstes Gestirn der Hyaden. Allerdings ist seine Zugehörigkeit zum Sternhaufen nur scheinbar. Mit 65 Lichtjahren Distanz ist er knapp halb so weit wie die Hyadensterne entfernt. Der orangefarbene relativ kühle Stern gehört zur Gruppe der Riesen und besitzt etwa dien 1,5-fache Sonnenmasse. Man beachte, dass die Hyaden ein relativ großes Himmelsfeld einnehmen. Deshalb ist ein Fernglas mit großem Gesichtsfeld hilfreich, um so das ganze Sternenareal abzutasten. Bereits bei der Verwendung einer kleinen Optik werden mehr als 100 Sterne sichtbar. Die Hyaden wurden in der Antike als Symbol für den Beginn der feuchten und kalten Jahreszeit betrachtet und als Regengestirn bezeichnet.

Nahe der Ekliptik östlich der Hyaden befindet sich M 1, der berühmte Krabbennebel oder auch als Krebsnebel bekannt. Seine Beobachtung ist allerdings schwierig, da er im Fernglas kaum zu sehen ist. Selbst in einem Teleskop erkennt man nur ein längliches Lichtfleckchen. Umso gewaltiger wirken Kombinationsbilder des Weltraumteleskops Hubble, die die gewaltige Schönheit und Dramatik dieses Gasnebels zeigen. Es ist der Rest einer Supernova, den ein chinesischer Astronom am 4. Juli 1054 entdeckte. Die gewaltige Sternexplosion wurde durch einen Stern mit etwa 10-facher Sonnenmasse in unserer Milchstraße ausgelöst. Für kurze Zeit leuchtete er so hell wie eine Milliarde Sonnen. Erst nach rund 6500 Jahren erreichte der gleißende Lichtschein des sterbenden Sterns die Erde. In chinesischen Annalen wird von einem Gaststern berichtet, der östlich von Aldebaran so hell leuchtete, dass er, ähnlich wie der Planet Venus, auch am Taghimmel sichtbar war, wenigstens für einige Wochen. Die chinesischen Astronomen konnten den Gaststern noch bis Mitte Juli 1055 am Nachthimmel erkennen. Beobachtungsberichte aus Japan, dem Irak und Armenien beinhalten ebenso den „neuen Stern“.

Eine Supernova markiert den Endpunkt eines Sternenlebens. Der ausgebrannte Kern des Sterns unterliegt einem Gravitationskollaps, wobei durch die frei werdende Energie die äußere Materiewolke ausgeschleudert wird. Der Krabbennebel expandiert mit Geschwindigkeiten von 1000 bis 1800 Kilometer pro Sekunde. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten bedingen die längliche Form von M 1.


Ende August 1758 entdeckte der französische Astronom Charles Messier dieses Nebelfleckchen. Er war auf der Suche nach einem in diesem Jahr aufgespürten Kometen. Zunächst dachte er, fündig geworden sein, bemerkte aber sehr schnell die starre Position des Objekts. Um prinzipiell Täuschungen dieser Art zu vermeiden, entschloss er sich, eine Liste der nebelhaften Objekte und Sternhaufen anzulegen. In dem heute berühmten Nebel-Katalog von Messier erhielt das Nebelfleckchen im Stier die Nummer 1.

 

M 1, auch bekannt als Krebsnebel, ist der Überrest eines im 11. Jahrhundert explodierten Sterns. Die Supernova war damals so hell, dass sie auch am Taghimmel gesehen werden konnte. Seine Beobachtung ist schwierig aber im Blickfeld des Weltraumteleskops Hubble offenbart er seine ganze Dramatik.

 

 

 

 

 

Die Karte zeigt den Anblick des Sternhimmels Mitte des Monats gegen 19.00 Uhr.

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