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Der Sternhimmel im November 2018

 

Während sich die Wintersternbilder in den frühen Abendstunden noch zurückhalten, dominieren die Herbstfiguren in der Zentralregion des Firmaments. Dazu zählen Andromeda, Pegasus und Perseus. Man fasst sie auch als Königsfamilie zusammen. Darunter tummeln sich zahlreiche Wasserwesen bis zum südlichen Horizont. Es sind die Sternbilder Fische, Wassermann, Walfisch und Südlicher Fisch. Die Figuren sind nicht auffällig, da sie nur aus Sternen zweiter Größenklasse und schwächer bestehen. Der Wassermann, ein sehr großflächiges Sternbild, ist schwer zu lokalisieren. Eine charakteristische Gruppe von vier Sternen symbolisiert den Wasserkrug und ähnelt einem umgekehrten Y. Es stellt eine gute Orientierung zum Aufsuchen der Figur dar.

Zu seiner Popularität trug das Musical „Hair“ im Jahr 1968 bei: This is the dawning of the age of Aquarius. Hier wird der Beginn des Zeitalters des Wassermanns verkündet. Dabei meint man den Standort des Frühlingspunktes, des Schnittpunktes von Himmelsäquator und Ekliptik. Durch die Präzessionsbewegung der Erde wandert er allmählich rückwärts durch die Sternbilder des Tierkreises. Derzeit ist er noch in den Fischen zu finden und es dauert noch ein gutes Jahrhundert bis er den Wassermann erreicht. Aber es wird ja im Musical auch von der Dämmerung des Wassermannzeitalters gesprochen.

Der Wassermann ist eines der ältesten Sternbilder und hat für die Menschen des Altertums eine große Bedeutung gehabt, da durch den Lauf der Sonne durch diese Himmelsgegend die Regenzeit im Orient angezeigt wurde. So wurde er als Regenbringer, Hüter der Quellen oder Wasserspender interpretiert. Damit steht der Wassermann für den Beginn eines neuen Erntejahres. Die arabischen Namen seiner hellsten Sterne spiegeln diese freudige Rolle wieder: "Glücksstern der Könige" (Sadalmelik), "Glücksstern für Alle" (Sadalsuud) und "Glücksstern der Zelte" (Sadachbia).

Im alten Ägypten wurde der Wassermann mit den fruchtbaren Fluten des Nils assoziiert. In der griechischen Mythologie schüttet er ständig Wasser aus einem Krug, das gierig vom Südlichen Fisch mit seinem Maul aufgesaugt wird. Der hellste Stern der Figur heißt Fomalhaut, die arabische Bezeichnung für Fischmaul. Er ist mit 1,17 Größenklassen das einzig auffällige Objekt des Sternbildes und mit 25 Lichtjahren Entfernung ein relativ nahes Objekt und kann knapp über dem Südhorizont unter besonders günstigen Bedingungen gesehen werden.

Für die alten Griechen war der Südliche Fisch der Vater der beiden Fische, die durch das weiter nordöstlich gelegene Sternbild verkörpert werden. Die Figur besitzt allerdings nur Sterne von durchschnittlich 4. Größe und stellt zwei Fische dar, deren Schwänze mit zwei Bändern zusammengebunden sind. Der Hauptstern Al Rischa ist ein Doppelstern bestehend aus zwei weißen Sternen, die sich in rund 800 Jahren umkreisen und von der Erde aus gesehen immer näher zusammenrücken. Der Stern markiert den Verbindungsknoten der beiden Bänder. Im Arabischen bedeutet der Name „die Schnur“.

Im westlichen Teil des Wassermanns ist ein schöner planetarischer Nebel zu finden, der bereits von Wilhelm Herschel 1782 entdeckt wurde. Aufgrund seiner Form wurde er knapp 60 Jahre später als Saturnnebel bezeichnet und ist bereits in kleinen Teleskopen als stellares Objekt erkennbar. Solche Objekte haben jedoch nichts mit Planeten zu tun. Es sind die äußeren Schichten eines Sterns, die dieser in seiner späten Phase der Entwicklung abstieß. Er ist als Zentralstern im Herzen des Nebels erkennbar und beschreitet nun seinen letzten Lebensabschnitt, in dem er sich zu einem Weißen Zwerg entwickelt. Die von ihm ausgestoßene energiereiche UV-Strahlung lässt das Gas leuchten. Die Sichtbarkeit des Saturnnebels ist auf einige zehntausend Jahre begrenzt, da er sich weiter ausdehnt, abkühlt und schließlich unsichtbar wird.

 

Sternhimmel November 2018

 

Die Karte zeigt den Sternhimmel Mitte des Monats gegen 19.00 Uhr.

 

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