Bannerbild | zur Startseite Bannerbild | zur Startseite
Link zur Seite versenden   Druckansicht öffnen
 

Der Sternhimmel im Juni 2024

 

Den jährlichen Höchststand erreicht die Sonne in diesem Jahr am 20.6. um 22.51 Uhr. Das ist der astronomische Sommerbeginn, den man auch als Sommersonnenwende bezeichnet, da sie in der Folgezeit ihre scheinbare Aufwärtsbewegung umkehrt. Die Sonne weist zum genannten Zeitpunkt ihre größtmögliche nördliche Deklination von +23,5° auf. Mit Deklination wird der Winkelabstand eines Gestirns vom Himmelsäquator bezeichnet. Er verläuft von Ost nach West und seine südliche Höhe beträgt 39,5°. Aus beiden Werten ergibt sich die Sonnenhöhe in unserer Region am 21. Juni mit 63°. Bei diesem Sonnenstand wird es nachts nicht mehr vollkommen dunkel. Ein leichter Dämmerungszustand hält an. Da die Sonne nördlich des Himmelsäquators steht, erfolgt ihr Aufgang im Nordosten und der Untergang im Nordwesten. Für ihren Tagbogen am 21. Juni benötigt sie etwa 16 Stunden und 40 Minuten. 

Die kurzen Juninächte bieten die günstigste Gelegenheit das schöne Sternbild des Skorpions am Abend zu beobachten, das eine flache Bahn am Südhimmel ausführt. Der tiefrote Hauptstern Antares ist mit einer Helligkeit von 1 mag nicht zu übersehen. 

Etwas nördlich vom Skorpion liegt der Schlangenträger, ein ausgedehntes wenig auffälliges Sternbild, das bis zum hochstehenden Herkules reicht. Seine hellsten Sterne leuchten mit scheinbaren Helligkeiten von nur 2 mag.  

Bildlich betrachtet handelt es sich um ein Doppelsternbild, bei dem der Schlangenträger auf dem Skorpion knieend, die um ihn gewundene Schlange hält. Diese Vorstellung geht auf die griechische Astronomie zurück. Etwas kurios ist, dass das Sternbild Schlange aus zwei Teilen besteht, die nicht miteinander verbunden sind. Zwischen Kopf und Schwanz der Schlange steht der Träger.

Ebenso griechischen Ursprungs ist seine Interpretation als Gott der Heilkunst, Asklepios. Er galt als Kenner der Geheimnisse der Medizin und trägt eine Schlange. Auf historischen Darstellungen ist diese häufig mit dem Schlangenträger dargestellt, wie sie sich um einen Stab windet. Noch heute gilt der Äskulapstab als Symbol der Heilkunde. 

Da die Ekliptik durch das Gebiet des Schlangenträgers läuft und sich somit die Sonne und die Planeten in diesem Himmelsareal aufhalten, zählt auch er zu den Tierkreissternbildern. Allerdings ist er keines der bekannten 12 Tierkreiszeichen, da zur Zeit deren Einordnung und Benennung die Sternbildgrenze des Schlangenträgers oberhalb der Ekliptik gesehen wurde. Erst 1928 wurde festgelegt, dass ein kleiner Teil des Sternbildes Skorpion, dem Schlangenträger zugeordnet wird. Vom 29. November bis 18. Dezember wandert die Sonne durch die Figur, das 13. Tierkreissternbild.

Sein Himmelsareal ist reichlich gefüllt mit Kugelsternhaufen, von denen M 10 mit einer Distanz von 16.000 Lichtjahren der sonnennächste ist. Ein populäres Objekt im Schlangenträger ist Keplers Stern, der sich in dessen südlichem Teil befindet. Damit bezeichnet man eine Supernova, die der berühmte Astronom im Oktober 1604 beobachtet hat. Sie war die bislang letzte Supernova, die beim Ausbruch in der Milchstraße beobachtet wurde. Bei SN1604 handelt es sich um das Aufleuchten eines sehr massereichen Sterns durch eine Explosion am Ende seiner Existenz. Der Stern zieht sich unter seiner eigenen Schwerkraft zusammen und kollabiert, wodurch enorm viel Energie freigesetzt wird. Seine Leuchtkraft nimmt dabei millionen- bis milliardenfach zu, er wird für kurze Zeit so hell wie eine ganze Galaxie. Mit einer scheinbaren Helligkeit von −2,5 mag war sie im Maximum heller als Jupiter und wohl bis Oktober 1605 freiäugig sichtbar. Die astronomische Einordnung war Kepler nicht möglich. er sah das plötzliche Aufleuchten im Zusammenhang mit der Großen Konjunktion von Jupiter und Saturn, die zur gleichen Zeit eintrat.

 

    

 

Anblick zur Monatsmitte gegen 22.30 Uhr

Alle Zeitangaben in MESZ

 

 

Jochen Engelmann

 

 

 

Veranstaltungen

Wetter