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Der Sternhimmel im Juni 2023

Regelmäßig im Juni strebt die Sonne ihrem jährlichen Höchststand entgegen. Sie erreicht in diesem Jahr am 21.6. um 16.58 Uhr den nördlichsten Punkt der Ekliptik, ihrer scheinbaren Bahn um die Erde. Das ist der Sommerbeginn. Man spricht auch von der Sommersonnenwende, da sie in der Folgezeit ihre scheinbare Aufwärtsbewegung umkehrt.

Die kurzen Juninächte bieten die günstigste Gelegenheit das schöne Sternbild des Skorpions zu beobachten, das eine flache Bahn über dem südlichen Horizont ausführt und als Teil der südlichen Hemisphäre anzusehen ist. Der Skorpion ist ein auffälliges Sternbild, da alle seine Sterne erster oder zweiter Größenklasse sind. Durch seine leicht gebogene Gestalt, die in eine breit gefächerte Sternenanordnung mündet, ist die markante Tierfigur gut zu erkennen. Leider ist der Skorpion in unseren Breiten nie vollständig zu sehen. Der lange Schwanz und der Giftstachel bleiben bei uns stets unter dem Horizont. Des Weiteren sehen wir eine geschrumpfte Version, da der Skorpion in der Antike aus wesentlich mehr Sternen bestand. Die Römer haben um 100 u.Z. die Waage als Sinnbild der Gerechtigkeit eingeführt und dazu die ehemaligen „Scherensterne“ des Skorpions abgetrennt und zum einzigen gegenständlichen Sternbild des Tierkreises umfunktioniert.

 

Der tiefrote Hauptstern Antares, eine uralte und gigantische Sonne, ist mit einer Helligkeit von einer Größenklasse nicht zu übersehen. Seine Farbe ist der Grund für seinen griechischen Namen, der Gegenmars bedeutet. Ares ist die griechische Entsprechung des römischen Kriegsgottes Mars. Zudem liegt Antares fast auf der Ekliptik, auf der sich auch der Planet Mars aufhält. Der Vollmond vom 4. Juni wird in unmittelbarer Nähe von Antares zu sehen sein.

Mit knapp 700 Sonnendurchmessern ist er trotz seiner stattlichen Entfernung von 520 Lichtjahren ein auffälliger Stern mit einer scheinbaren Helligkeit von 1 mag. Der Stern ist im sichtbaren Bereich etwa 10.000-mal so hell wie die Sonne. Seine Oberfläche ist relativ kühl mit einer Temperatur von lediglich 3400 Kelvin, was der Grund für die orangerote Farbe ist. Antares besitzt genügend Masse, um am Ende seines Sternenlebens als Supernova zu enden und seine Gasschichten explosionsartig auszustoßen. Im Vorfeld dieser dramatischen Veränderung des Sterns, die in einigen Tausend Jahren zu erwarten ist, ist es Forschern der Europäischen Südsternwarte in Chile im Jahr 2017 gelungen, Antares so abzulichten, dass er nicht nur als heller Punkt erscheint. Aufgrund seiner gewaltigen Größe gelang es trotz der großen Distanz in der aufgeblähten Atmosphäre des Riesensterns großräumige Gasbewegungen zu entdecken. Dazu schalteten sie mehrere Teleskope der ESO zusammen. Bei dieser Interferometrie genannten Beobachtungstechnik zeigte sich, dass die äußere Hülle des Sterns von recht turbulenten Gasströmen geprägt ist.

Diese überraschend heftigen Ströme sorgen mit dafür, dass Antares ständig Materie seiner äußeren Schichten in den Weltraum verliert.

 

In der griechischen Mythologie wird über den Skorpion als Widersacher des berühmten Himmelsjägers Orion berichtet. So soll der Jäger vor der Jagdgöttin Artemis geprahlt haben, dass er jedes Tier töten könne. Sie sandte den Skorpion, der den Angeber durch einen Stich in die Ferse tötete. Daraufhin wurden beide Kontrahenten an gegenüberliegenden Stellen unter die Sterne versetzt, damit sie sich am Himmel niemals begegnen. Taucht der giftige Skorpion im Osten auf, geht das Sternbild des mächtigen Jägers im Westen unter. Damit gehört der Skorpion zu den Sommerfiguren des Firmaments, während Orion die Winterzeit am Nachthimmel zubringt.

 

Himmelsanblick zur Monatsmitte gegen 22.30 Uhr

 

Die Karte zeigt den Anblick des Sternhimmels Mitte des Monats gegen 22.30 Uhr.

Alle Zeitangaben in MESZ

 

 

Jochen Engelmann

 

 

 

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